
FERDI HUICK LEBTE FÜR DEN KARNEVAL
In der Nacht zum Donnerstag (6. April 2006) konnte der Notarzt ihm nicht mehr helfen.
Waldbröl - Leise ging Ferdi Huick von dieser Welt, der Mann, der die Narren
in den rheinischen Karnevalshochburgen toben ließ.
Er starb plötzlich und unerwartet in der Nacht zu Donnerstag in seinem Haus in Wilkenroth.
Der Notarzt konnte ihm nicht mehr helfen. Am 2. Mai wäre Ferdi Huick 66 Jahre alt geworden.
Als "Bergischer Landbote", peinlichst akkurat mit Gehrock, Fliege, Blume und Melone gekleidet,
begeisterte er die Jecken - egal, ob er im Gürzenich, im Interconti oder auf Schloss Homburg in die Bütt stieg.
Das Talent war dem gelernten Dreher in die Wiege gelegt.
1940 in Düsseldorf geboren, mischte er dort schon in jungen Jahren im Karneval mit.
Er trat als "Vater Rhein" auf, war Mitglied der KG "Wibbelstätz" und begeisterte
eine Wilkenrotherin für seine Person und den Karneval.
Ehefrau Helga war sein treuester Fan und begleitete ihn oft.
1983 gelang Ferdi Huick mit der Aufnahme bei den "Muuzemändelcher" der Durchbruch im Kölner Karneval.
Über 20 Jahre dauerte seine karnevalistische Erfolgstour, er war mal Bundeswehrsoldat, dann
Tippelbruder und schließlich der Bergische Landbote.
Nichts zu Lachen hatten allerdings die drei Ganoven, die ihn 1990 auf dem Weg zu einem Karnevalsauftritt
in Köln mit der Pistole bedroht und mit einem Butterlfy-Messer verletzt hatten.
"Kohle" wollten die jungen Burschen haben, sie bekamen aber die harte Handschrift des kräftigen Drehers
aus dem Bergischen zu spüren. Huick gab einem der Täter derart kräftig was auf die Nase, dass das Trio
Reißaus nahm, später aber von der Polizei geschnappt wurde.
Ferdi Huick lebte für den Karneval, brauste von einem Auftritt zum nächsten und dachte
eigentlich noch nicht ans Aufhören. Unlängst wurde er bei "Karnevalissimo" im ZDF als
"Dat Hätz vun Kölle" ausgezeichnet. Sein Herz schlug aber für Oberberg.
Und stets war sein Schlusswort:
"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann weißt du, dass du im Bergischen bist."
(hh)
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