
Hans Bols † (67) - überraschender Herzinfarkt des großen Karnevals-Redners
Von STEPHANIE KAYSER
Köln – Die berühmteste Blume des Karnevals ist verblüht: Et Botterblömche Hans Bols ist gestorben. Er wäre am 2. September 68 Jahre alt geworden.
Sein Tod kam überraschend: Als Bols vor etwa vier Wochen von München nach Hause fliegen wollte, brach er beim Einchecken zusammen. Herzinfarkt.
Der große Redner des Rheinlands fiel in ein Wachkoma. Kämpfte ums Überleben – vergebens. Am frühen Samstagmorgen starb der gebürtige Krefelder.
„Sein Tod ist für uns vollkommen unfassbar“, erklärte sein Sohn Markus Bols.
Der Büttenredner war eine Kämpfernatur, jemand, der nicht gerne über gesundheitliche Probleme sprach. Dass er jahrelang wegen Nierenproblemen zur Dialyse musste, wusste kaum jemand. Das Publikum merkte nichts.
Als er vor knapp drei Jahren eine Niere transplantiert bekam, stand er kurz danach wieder auf der Bühne. Und das Publikum merkte wieder nichts.
„Die Bütt gibt mir Kraft. Ich versuche weiterzumachen, reiße mich zusammen. Aber manchmal geht es nicht“, hatte der gelernte Frisör noch Anfang des Jahres gegenüber EXPRESS gesagt.
Da hatte er ein paar Auftritte absagen müssen – was ihm überhaupt nicht behagte: „Aber Nierentransplantierte wie ich sind immer noch kranke Menschen. Mein Sauerstoff im Blut ist nicht sehr hoch, die Medikamente helfen nicht wirklich. Deshalb bekomme ich manchmal nach den Auftritten keine Luft.“ Aber nicht die Niere, sondern das Herz riss ihn aus dem Leben.
Hans Bols war einer der ganz Großen. Einer, der in Düsseldorf, Köln, Bonn zu jeder Tages- und Nachtzeit abräumen konnte. Einer, der seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne stand. Sein Markenzeichen: die bunte Stoffblume, mit der er während des Auftritts hin- und herwedelte.
Auf der Bühne stand er im engen Kontakt mit dem Publikum – Hans Bols, der Vollprofi. Hinter der Bühne war er bescheiden, trotz seines Riesen-Erfolges fast schüchtern. Et Botterblömche wird Köln fehlen.
Wer soll jetzt in seine Fußstapfen treten?

Für die kommende Session waren schon 200 Auftritte gebucht.

Der plötzliche Tod von Karnevals-Legende Hans Bols alias "Et Botterblömche" hat die Kölner Karnevalisten-Szene geschockt.
„Wenn jemand Hunderttausenden von Menschen so viel Freude gemacht, dann hat er ein erfülltes Leben gehabt“, sagt Bernd Stelter. Der „7 Tage, 7 Köpfe“ Comedian, einer der besten Freunde des „Botterblömche“, erinnert sich: „Hans war vor seinen ersten Auftritten immer total aufgeregt, sprach von »seinem nervösen Magen«. Aber er war der beste Witze-Erzähler Deutschlands.“
Bernd Stelter ist einer der wenigen aus der Karnevals-Szene, der Hans Bols näher gekannt hat.
„Er hat sich aus allem rausgehalten, war sehr zurückhaltend, bescheiden. Obwohl wir immer nett hinter der Bühne ein Schwätzchen gehalten haben“, sagt Reinold Louis, Chef der Künstlervereinigung Muuzemändelcher, der auch Bols angehörte.
Prinzengarde-Literat Josef Lutter: „Hans war für mich einer der besten Redner, die wir überhaupt im Karneval hatten. Nicht nur als Karnevalist, auch menschlich ist sein Tod ein sehr großer Verlust.“
Mehr als 200-mal sollte das „Botterblömche“ in der kommenden Session in die Bütt – derzeit laufen die Telefone heiß. Wer kann und soll „Et Botterblömche“ ersetzen? Hubert Koch, Chef des Literaten-Stammtisches: „Das wird sehr, sehr schwierig.“ Denn Hans Bols war einer der wenigen Redner, die spätnachts noch einen Saal abräumen konnten.
„Jemanden zu finden, der in seine Fußstapfen treten soll, ist fast unmöglich“, sagt Eberhard Bauer-Hofner, Veranstalter der „Lachenden Kölnarena“.
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